Andreas Godenrath (FDP), Thomas Godenrath (CDU) und Kerstin Godenrath (CDU)
V.l.n.r.: Andreas Godenrath (FDP), Thomas Godenrath (CDU) und Kerstin Godenrath (CDU).

Querdenker der Lokalpolitik

Über Andreas Godenrath (FDP) und seine abstrusen Ansichten zu Pandemie, Klimawandel und was die Alternative für Deutschland damit zu tun hat

Der FDP-Politiker Andreas Godenrath aus Halle an der Saale (erste Person v. links) leugnet den menschgemachten Klimawandel, hält Corona für eine Grippe und bezeichnet Kritik an der Alternative für Deutschland als Anti-Demokratisch. Eine Betrachtung des Hallensers, seiner verschwörungstheoretischen Äußerungen in den sozialen Medien und der Frage: Was hat eigentlich die CDU Halle damit zu tun?

Andreas Godenrath ist von Beruf Versicherungs- und Finanzmakler für akademische Heilberufe. Er ist Inhaber der Firma transverendum aus Halle (Saale), die als zertifizierter Vorsorge-, Ärzte- und Zahnärzteberater in Erscheinung tritt. Godenrath hat also direkten Kontakt zu Ärzt:innen.

Umso erstaunlicher ist dessen durchgehend ablehnende Haltung zu jedweden Maßnahmen in Zusammenhang mit der Pandemie. So kritisierte Godenrath bereits am 24.03.2020 die Bundes-FDP, als diese im Bundestag der Feststellung der Pandemielage zustimmte. Carmen Niebergall (CDU), ehemalige Landtagsabgeordnete in Sachsen-Anhalt, zeigte sich fassungslos über die Äußerung Godenraths und bekam auf Facebook Zustimmung von Godenraths Parteikollegin Helga Schubert.

Godenraths nicht-endende Kritik an der Bundes-FDP mündete am 4. November 2020 sogar in offene, wenn auch wohlmeinend formulierte, Kritik von Katja Raab (FDP und Mitglied der Friedrich-Naumann-Stiftung in Halle). Sie schrieb unter einem Kommentar von Godenrath: „Wenn es dann in Richtung Wahlkampf geht, würde ich mich freuen, wenn Sie/Du sich mehr am politischen Mitbewerber abarbeiten würden/würdest, als wie bisher ausschließlich an den eigenen Leuten. Vielleicht wäre das doch mal ein geeigneter Zeitpunkt damit anzufangen.“ Godenrath lehnte dies ab.

Corona ist doch nur eine Grippe

Im August 2020 verfasst Thomas Godenrath (CDU Halle) einen mittlerweile gelöschten Tweet, in dem er schreibt: „Leider fehlt die Anzahl de [sic!] Anzahl der Tests mal wieder. Die sind nämlich auch doppelt so hoch wie im April.“ Leider ist nicht ganz nachvollziehbar, worauf er sich bezieht, da das entsprechende Bild nicht mehr abrufbar ist. Seiner Aussage ist jedoch zu entnehmen, dass es sich um Fallzahlen zum Coronavirus handeln muss.

Sein Bruder Andreas Godenrath antwortet darauf: „Zum einen dies. Zum anderen sagt es nichts aus, ob es COVI19 oder ein anderer Virus der Coronafamilie war. Auch nicht, ob der positiv getestete nicht schon im April, im Februar oder gar letztes Jahr positiv war. Auch nicht wer und wenn ja mit welchen Symtomen [sic!] überhaupt erkrankt.

Da damit zu diesem Zeitpunkt nur PCR-Tests gemeint sein können, ist die Aussage falsch und wird weiterhin gerne von Querdenkern verbreitet. Das Recherchenetzwerk CORRECTIV hatte diese Behauptung zu PCR-Tests bereits im April 2020 widerlegt. Thomas Godenrath gefällt der Beitrag seines Bruders übrigens.

Am 17. Oktober reagiert Andreas Godenrath auf eine Meldung des FOCUS. Er schreibt: „Lieber Focus. Es ist zu begrüßen, dass Sie diesen Artikel bringen. Nur wollen Sie die Fakten dann doch wieder deuten, wie zum Beispiel, dass COVID-19 mehr Sterbefälle verursacht als eine Grippe, dass [sic!] ist unseriös. Sterbezahlen [sic!] ohne Verhältnis zur Bevölkerungszahl ebenso.

Am 17.12.2020 folgt dann diese Aussage von Godenrath:

Der Klimawandel ist natürlich „natürlich“ und Öffentlich-Rechtliche sind Staatsfunk

Andreas Godenrath ist nicht nur ein Corona-Verharmloser sondern auch Leugner des menschgemachten Klimawandels. So spricht er am 08. Juli 2019 unter einem Beitrag von Christian Lindner (FDP) von der „Klimalüge“. Wenige Tage später schreibt er folgendes auf Twitter:

Das ist eine irreführende Behauptung. Wieso diese Zahlen nicht korrekt sind und das Argument dahinter falsch ist, kann man beim FOCUS und dem Bayerischen Rundfunk nachlesen. Insgesamt hat die Menschheit seit der Industrialisierung ca. 44-45% zum CO²-Gehalt in der Atmosphäre beigetragen. Nachträglich wies mich @HalleVerkehrt noch auf diesen sehr ausführlichen Artikel des Klimawissenschaftlers Stefan Rahmstorf hin, der am Ende auch noch einmal ausführlich auf die von Godenrath hier genannte Prozentzahl eingeht. Rahmstorf erklärt: “Auch dies ist eine klassische, seit vielen Jahren immer wieder benutzte Irreführung der Laien. Hier werden Umsatz mit Gewinn verglichen, nämlich der natürliche CO2-Umsatz der Biosphäre von ca. 770 Milliarden Tonnen pro Jahr (der aber keine netto-Emission darstellt, sondern einen geschlossenen Kreislauf) mit den anthropogenen Emissionen, die dem System netto jedes Jahr 22 Milliarden Tonnen CO2 aus fossilen Quellen hinzufügen.

Godenrath wurde übrigens von Christian Lindner auf Twitter blockiert. Nachdem Godenrath sich ablehnend zur Kritik von Lindner an der Wahl von Thomas Kemmerich (FDP) mit dem Stimmen von CDU, FDP und AfD geäußert hatte. Er macht seinen Unmut dazu am 4. März 2020 Luft und erhält Unterstützung auf Twitter vom Ehepaar Kerstin und Thomas Godenrath.

Am 27. Januar 2020 teilt Godenrath eine alte ARD Reportage. Dazu schreibt er: „Es gab Zeiten, als zum Beispiel eine ARD sich noch nicht in einer Art am Lügen, weglassen oder bewusstem Des- und Falschinformieren beteiligt hat, wie heut zu Tage [sic!]. Ganz zu schweigen der offenen Parteinahme für die Regierung und deren Politik.

Diese ARD-Reportage ist aus mehreren Gründen sehr interessant. Zunächst einmal zum Inhalt der Reportage. Darin kommt Bjørn Lomborg zu Wort. Die öffentliche Rezeption und Kritik von Wissenschaftskolleg:innen an seiner Arbeit ist beeindruckend einhellig. Zudem ist einer der Journalisten, die sich für die Reportage verantwortlich zeichnen, der nicht ganz unbefleckte Günter Ederer. Ederer ist bekannt für seine unkritische Übernahme von Behauptungen der Klimawandelleugner, einer nachgewiesenen Verbindung zur Lobby-Organisation Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und ist sogar ehemaliger Hauptzeichner bei der Gründung der Alternative für Deutschland.

Das ist leider ein wiederkehrendes Kommunikationsmuster von Andreas Godenrath. Substanzlose Kritik am Öffentlich-Rechtlichen-Rundfunk – wenn, dann ließe sich hier allenfalls die Übernahme der Berichterstattung von Ederer kritisieren – sowie eine unkritische Einstellung in der Auswahl der geteilten Inhalte. 

Besonders symptomatisch dafür ist diese von Godenrath auf Facebook geteilte Darstellung:

Inhaltlich geht es ihm hier offensichtlich um eine Kritik an der CO²-Steuer. Folgt man dem Link, wird allerdings klar, dass es sich dabei um einen kritischen Faktencheck der Plattform MIMIKAMA handelt. Die Faktenchecker stellen gut dar, wieso der Inhalt der Abbildung eben nicht die ganze Wahrheit wiedergibt. Wer den Artikel liest erkennt außerdem, dass er in seiner Grundannahme eindeutig davon ausgeht: Der Klimawandel ist keineswegs natürlichen Ursprungs. Der Slogan von MIMIKAMA lautetet übrigens: „Zuerst denken, dann klicken.

Andreas Godenrath und seine Nähe zur Ideologie der AfD

Godenrath teilt am 3. Januar 2020 einen Twitter-Beitrag. Zu sehen sind Menschen, die zu Silvester in Berlin mit Schreckschusspistolen schießen. Godenrath schreibt dazu: „Naive und gefährliche “Offenheit” und seine Auswüchse.“ Unklar ist, ob es sich bei den gezeigten Personen im Video um Ausländer handelt. Auch die Behauptung, dass es sich im Video um automatische Waffen handelt, wie von manchen behauptet, wird nicht belegt. Dass es sich ganz offensichtlich um Schreckschusspistolen handelt, untermauert auch die Berichterstattung des Tagesspiegels zur Silversternacht in Berlin. Der Twitternutzer dessen Tweet Godenrath teilt, spricht im gleichen Thread davon, dass es nur noch 6o Jahre bis zur Einführung der Sharia wären.

Am 23.06.2020 schreibt eine Nutzerin auf Twitter zur Einwanderungspolitik: „Die Folgen dieser Politik habe ich im Herbst 2015 meiner älteren Tochter gegenüber so formuliert: “In ein paar Jahren bekommen wir bürgerkriegsähnliche Zustände und in 30 Jahren müssten wir vielleicht Kopftuch tragen.”“ Andreas Godenrath gefällt diese Einschätzung und er antwortet: „Nicht nur deswegen.

Am 15.08.2020 schreibt ein weiterer Nutzer unter einem Video aus Belgien folgendes: „Sie kommen in fremde Länder und tun alles dafür, damit diese in die gleichen Shitholes [sic!] verwandelt werden, die [sic!] die Länder, aus denen sie kommen.“ Andreas Godenrath gefällt dieser Beitrag nicht nur, er teilt ihn auch auf seinem Profil und fügt noch hinzu: „Das möchten wir hier in Ostdeutschland nicht.

Am 10. November 2020 schreibt Godenrath einem Nutzer auf Twitter, er „kenne Mitglieder der AfD oder Sympathisanten, die nichts mit dem Gemein haben, was Sie der AfD pauschal unterstellen. Die stehen mitten im Leben und haben im Leben etwas erreicht und mehr für dieses Land getan wie jene, die dies vorgeben getan zu haben.

Das Godenrath den rechtsgerichteten Journalismus von Boris Reitschuster, Tichys Einblick und der Epoch Times teilt, sei hier ebenfalls erwähnt. Zudem war Godenrath Gast bei einer umstrittenen Veranstaltung mit Hans Georg Maaßen (CDU Werteunion und Kandidat der südthüringischen CDU) in Halle (Saale). Veranstaltet wurde der Vortrag von Marcus Tullner (CDU Halle und Bildungsminister von Sachsen-Anhalt) sowie Christoph Bernstiel (MdB, CDU Sachsen-Anhalt). Bei seiner Rede zum Thema „Wie sicher ist unsere Demokratie?“ erwähnte Maaßen den wenige Monate zuvor begangenen Anschlag von Halle mit keiner Silbe, wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtet.

Godenrath und die Godenräthe

Godenrath erhält für seine Äußerungen auf den sozialen Medien oft Rückendeckung von CDU-Parteimitgliedern in Sachsen-Anhalt und tauscht sich dort auch häufig mit seinem Bruder Thomas Godenrath aus. Insbesondere in der Coronakrise haben beide ein ähnliches Argumentationsmuster an den Tag gelegt, wie die Querdenker, deren Gruppierungen nun auch zum Teil vom Verfassungsschutz beobachtet werden.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich ebenfalls, dass Thomas Godenrath ähnliche Quellen wie sein Bruder zur Bewertung der politischen Lage heranzieht. Dabei handelt es sich um Journalismus, der von „Lügenpresse“, „Klimalüge“ und dergleichen spricht und bei der Berichterstattung wertend statt sachlich berichtet. Eine gute Auswertung der Manipulationen von Boris Reitschuster hat der Volksverpetzer geliefert. Fazit dort: „Wer Reitschuster liest, will getäuscht werden.

Am erstaunlichsten ist jedoch, dass die Lebensgefährtin von Thomas Godenrath  Kerstin Godenrath (CDU Halle und Kandidatin zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt) – sich ebenfalls derartiger Quellen bedient. Auf Twitter folgt sie sogar dem Compact-Magazin, das im auch im Kiosk des KOPP-Verlags beworben wird. Das Compact-Magazin gilt als „Sprachrohr der rechtspopulistischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) und der islamfeindlichen Pegida-Bewegung“. Zudem werten „Wissenschaftler und Journalisten (…) die Zeitschrift als verschwörungsideologisches Querfront-Magazin und ordnen sie dem Rechtspopulismus oder Rechtsextremismus zu.“ Das Magazin wird vom Bundesamt für Verfassungsschutz als Verdachtsfall eingestuft.

Die AfD scheint damit bereits mitten in der CDU von Halle (Saale) angekommen zu sein. Besonders bedenklich, weil Kerstin Godenrath als Kandidatin für den Landtag in Sachsen-Anhalt aufgestellt wurde. Dementsprechend ist fraglich, ob die Distanzierung der CDU Sachsen-Anhalt von der AfD nicht einfach nur ein Feigenblatt darstellt, wenn man bedenkt welche Einstellungen dort – im wahrsten Sinne des Wortes geteilt werden. Marco Tullner hat auf meine Anfragen dazu am heutigen Tag bislang nicht reagiert und Kerstin Godenrath hat mich auf Twitter blockiert. Als Beweis habe ich dieses Bild gesichert:

Kerstin Godenrath Compact-Magazin

Und was Andreas Godenrath von der FDP in Halle (Saale) angeht: Wer offen rechtsextremes Gedankengut teilt, Corona mit einer Grippe vergleicht, von der Klimalüge spricht, breite wissenschaftliche Erkenntnisse ohne Fachwissen als falsch deklariert, die Idee der Europäischen Union per se in Frage stellt, den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk pauschal Lügen bezichtigt und sich dann selbst als demokratisches Bollwerk der Freiheit sieht, der hat in der Politik nichts verloren oder sollte in eine Partei wechseln, die all diese Einstellungen ebenfalls teilt. Die Alternative für Deutschland in Sachsen-Anhalt steht ihm offen.

*Nachtrag: 03.05.2021 - Telefonat mit Kerstin Godenrath

Noch am gestrigen Tag, kurz nach der Veröffentlichung des Artikels, blockierte mich Kerstin Godenrath nicht nur auf Twitter sondern auch mit ihrem separaten Account zur Landtagswahl auf Instagram. Ich hatte kurz zuvor auf Instagram eine Story erstellt um auf meine Recherchen aufmerksam zu machen. In der Story hatte ich ihren politischen Account verlinkt, um auch dort Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Am heutigen Internationalen Tag der Pressefreiheit habe ich die Gelegenheit genutzt, um Kerstin Godenrath telefonisch zu fragen, welche Gründe sie zu diesem Schritt veranlasst haben.

Godenrath stieg in das Gespräch ein mit den Worten: “Sie verurteilen meine Person“. Laut Godenrath würde ich mit dem Beitrag ein komplett falsches Bild zeichnen. So warf sie mir vor, dass ich ihr und Andreas Godenrath eine, Zitat, “enge Bindung” unterstellt hätte und sie als Querdenkerin und Extremistin verunglimpfe. Beides, erwiderte ich, sei sachlich nicht korrekt, denn ich bezeichne sie in meinem Artikel nie als eine Querdenkerin oder Extremistin. Auch das Zitat einer “engen Bindung” fehlt. Korrekt ist jedoch – und dafür liefere ich Belege , dass Kerstin Godenrath auf Twitter Accounts folgt, die dem rechtsradikalen bis rechtsextremistischen Spektrum angehören. Boris Reitschuster als prototypischer Journalist für Coronaleugner und gemäßigte Querdenker ist dabei nur ein Beispiel. Da die Unterstellung von Extremismus ein sehr scharfes Schwert ist und ich auch von meiner rein subjektiven Betrachtung Godenrath nicht als solche einschätze, wäre ich auch nie auf die Idee gekommen sie also solche zu bezeichnen. Auch das sage ich ihr deutlich am Telefon.

Der Titel des Beitrags “Querdenker in der Lokalpolitik” ist mehrdeutig. Dennoch wird im einleitenden Teaser namentlich nur klar Bezug auf Andreas Godenrath genommen. Ihm widme ich ja auch den Großteil meines Beitrags. Dass ich bei der Recherche natürlich über Fr. Godenrath und ihren Mann gestolpert bin, ist keine “Sippenhaft“, wie Frau Godenrath es am Telefon nennt. Und da ich dies im Artikel auch thematisiere, ist es für die Berichterstattung notwendig den Leser:innen zu erklären, dass es im Artikel um mehr als nur eine Person geht. Daher verwende ich die Bilder von Andreas, Thomas und Kerstin Godenrath (in dieser Reihenfolge).

Frau Godenrath sagte, sie würde diesem Accounts nur folgen, aber nicht deren Inhalte teilen. Für  trifft COMPACT dies zu. Allerdings gab es faktisch mehrere Retweets von Artikeln von Boris Reitschuster durch den mittlerweile komplett unzugänglichen Account von Kerstin Godenrath. Laut Godenrath habe COMPACT ihren Account zuerst verfolgt. Daraufhin habe sie ohne Prüfung der Inhalte das Magazin zurückgefolgt. 

Was man dazu wissen muss: Wenn man auf Twitter einem Account folgt, so sieht man dessen geteilte Inhalte in der eigenen Timeline auch mit einer höheren Wahrscheinlichkeit. Wenn mich als Journalist das Thema Astrophysik nicht interessieren würde, dann sollte ich es tunlichst vermeiden entsprechenden Accounts zu folgen.

Außerdem habe ich, so Kerstin Godenrath weiter, sie vor der Veröffentlichung auch nicht kontaktiert, um mir eine Gegenmeinung einzuholen. Das ist korrekt. Allerdings hatte ich auch keine Nachfragen, da die Faktenlage für meinen Artikel klar ist. Da Kerstin Godenrath neben COMPACT noch anderen Publikationen aus dem rechtsradikalen bis rechtsextremen Spektrum folgt (bspw. Exxpress.at), halte ich die Aussage zunächst einmal für unglaubwürdig. Insbesondere deshalb, weil es auch kein Unrechtsbewusstsein zu geben scheint. Auch nach meiner Berichterstattung hat Fr. Godenrath weder das fraglich Magazin noch Boris Reitschuster aus ihrer Liste an Personen genommen, der sie folgt. 

Meiner Bitte die Sperre für meinen Account auf Instagram aufzuheben, wolle Godenrath nicht nachkommen, da sie sich offenbar als Opfer einer verfälschten Berichterstattung sieht. Ich solle mich an ihren Anwalt wenden oder eine Mail schreiben. Sie würde dann entscheiden, worauf sie antworten werde. Dass dies nicht gleichzusetzen ist mit der Informationsqualität einer direkten Information durch ihren politischen Account auf Instagram, sollte nachvollziehbar sein.

Es ist für mich jedenfalls nicht nachvollziehbar, wenn Politiker:innen in ihrer Parteifunktion Journalisten sperren. Insbesondere dann nicht, wenn die Kommunikation ohne Beleidigungen abgelaufen ist. Letzteres würde ich nachvollziehen können. Dass ich jedoch aufgrund einer kritisch-sachlichen Berichterstattung von Frau Godenrath gesperrt werde, sollte ein Skandal für die CDU in Halle und in Sachsen-Anhalt sein.

Andreas Godenrath schrieb übrigens vor wenigen Stunden das hier:

Das ist eine unverhohlene juristische Drohung. Na dann, einen schönen internationalen Tag der Pressefreiheit.

Bildungsminister Marco Tullner und Ministerpräsident Haseloff (CDU) reagierten auf meine Anfragen bisher weiterhin nicht.

*Nachtrag: 04.05.2021

Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass Kerstin Godenrath am Telefon gesagt hat, ich sei für sie kein richtiger Journalist. Harter Tobak, da ich bereits unter anderem für Radio LOTTE Weimar und Radio Corax (Halle) gearbeitet habe. 2015 habe ich für meine Arbeit den Länderpreis Thüringen beim Bürgermedienpreis “Rundfunkpreises Mitteldeutschland 2015 – Bürgermedien Hörfunk und Fernsehen” gewonnen. Eine kleine Auswahl meiner journalistischen Arbeiten findet sich hier.

Nochmal: Ich wünsche nachträglich einen schönen Internationalen Tag der Pressefreiheit.

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