»Causality and Interaction in Inter-Organizational Relations«​

Masterarbeit (Englische Sprache)
Abstract / Zusammenfassung

Politikwissenschaftliche Forschung im Bereich inter-organisationaler Beziehungen hat in den vergangenen Jahren zunehmend an Popularität gewonnen, wie die Veröffentlichung eines jüngst erschienenen Sammelwerks von Biermann und Koops (2017) belegt. Dennoch hat sich die bisherige Forschung überwiegend mit der Erklärung der Entstehung von Formen inter-organisationaler Langzeitkooperationen und -konflikten beschäftigt und ist weiterhin unzureichend theoretisiert (Koops 2013: 71). Eine Reihe möglicher Kausalfaktoren wurden bereits isoliert, aber der Versuch einer umfassenden Beschreibung der Dynamiken zwischen diesen Faktoren ist bislang nicht erfolgt.

Die vorliegende Arbeit versucht diese Lücke zu schließen und geht dabei der Frage nach, welche kausalen Konfigurationen in kurzfristigen interaktiven Situationen die Entstehung von Kooperation oder Konflikt zwischen inter-gouvernementalen Organisationen begünstigen.

Anhand der Forschungsliteratur auf dem Gebiet der inter-organisationalen Beziehungen leite ich Hypothesen ab, welche über die Fallanalysemethode des Causal Process Tracing auf ihre Validität geprüft werden. Dazu wähle ich eingangs drei Fälle aus der Libyenkrise 2011, die den Anforderungen der Methode gerecht werden. Diese beinhalten die Interaktionen zwischen der Afrikanischen Union (AU) und der Organisation des Nordatlantikvertrags (NATO), der NATO und dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNSR) sowie dem UNSR und der AU.

Die Ergebnisse meiner Untersuchung deuten darauf hin, dass das Konzept der organisationalen Identität als eine weitere wichtige Säule zur Erklärung inter-organisationaler Interaktionen in die Erforschung des Gegenstands integriert werden sollte. Zudem konnte ich einen Hinweis für einen möglichen Zusammenhang zwischen der organisationalen Kultur einer Organisation und der Entstehung von Pfadabhängigkeiten finden.

Weiterhin deuten die Erkenntnisse meiner Arbeit darauf hin, dass mit dem derzeitigen Kenntnisstand die Erstellung von wissenschaftlichen Datenbanken zur inter-organisationalen Kooperationen und Konflikten möglich ist, von denen zukünftige Forschung profitieren könnte.

Aufgrund dieser Feststellungen bin ich zuversichtlich, dass weitere Theoriebildung im Bereich der inter-organisationalen Beziehungsforschung fruchtbaren Boden vorfindet.

 

Erwähnte Literatur

Biermann, Rafael/ Koops, Joachim A. (eds.) 2017, The Palgrave Handbook of Inter-Organizational Relations in World Politics, Basingstoke: Palgrave Macmillan.

Koops, Joachim A. (2013), Inter-organisational approaches, in: Jørgensen, Knud Erik/ Laatikainen, Katie Verlin (eds.), Routledge Handbook on the European Union and International Institutions. Performance, policy, power, London/ New York: Routledge, 7185.

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