LEK NRW - #LauterFürFamilien

Interview: Die Landeselternkonferenz in NRW wehrt sich

Nun ist es so weit gekommen, dass Schülervertreter selbst, unterstützt von einigen ebenso verängstigten Elternvertretern und einigen Wissenschaftlern, die sich in ihren Modellen und ihren bereits gescheiterten No- und Zero-Covid-Strategien verrannt haben, Opfer der irrationalen Verängstigungen geworden sind und sich mit Forderungen an die Politik wenden, die ihren verständlichen Bedürfnissen diametral entgegenstehen.

So zitiert Marit Schnackenberg in der öffentlichen Facebookgruppe von LautFürFamilien einen kürzlich erschienenen Beitrag in der WELT, der sich gegen den Aufruf der Schüler:innenvertretungen von #WirWerdenLaut richtet.

Bei dem Zitat bleibt es nicht und sie schreibt. „Die Aktion wurde mit vorbereitet und unterzeichnet vom Vorstand der Landeselternkonferenz NRW (Anke Staar, Christian Beckmann). Eine neutrale Interessensvertretung oder ein Heraushalten aus so einer polarisierenden Aktion hätte ich mir gewünscht.“

Hintergründe

Schackenberg ist Mitinitiatorin von KinderBrauchenSchule. Die Initiative ist laut eigener Darstellung vernetzt mit LautFürFamilien sowie der Initiative Familien, über deren Verbindungen und Interaktionen mit Querdenken ich hier bereits mehrfach berichtet habe. Man sei eine „parteiunabhängige Elterninitiative in NRW“, heißt es. Zugleich ist Schnackenberg auch seit Dezember unregelmäßig als Autorin für die WELT tätig und hat mehrere Beiträge verfasst, die sich mit Kindern und Jugendlichen während der Pandemie beschäftigen.

Sie ist ebenfalls Unterzeichnerin eines offenen Briefs zur Bundestagswahl. Einige bekannte Namen, die diesen unterschrieben haben: Zarah Abendschön-Sawall (Initiative Familien) sowie Querdenker wie Friedrich Pürner und Thomas Quak (siehe hier).

Der Brief selbst wird unter anderem von Gerd Antes und Klaus Stöhr mitverantwortet. Beide sind Mitwirkende der Arbeitsgruppe Coronastrategie, die seit Monaten mediale Aufmerksamkeit für ihre Exit-Strategie zu schaffen versucht.

Die Journalistin Annette Bulut, die sich bereits lange mit den verschiedenen Elterninitiativen beschäftigt, die zu Beginn der Pandemie entstanden sind, schreibt über KinderBrauchenSchule, dass diese eine „offensichtliche Splittergruppe“ von LautFürFamilien sei.

Ein Versuch mit Frau Schnackenberg über ihre Beteiligung bei KinderBrauchenSchule und die Auseinandersetzungen mit der LEK NRW ins Gespräch zu kommen, scheiterte leider.

Kurze Zeit nach dem Interview, das ich heute mit Anke Staar und Christian Beckmann (LEK NRW) führen konnte, hat sich Frau Schnackenberg von ihrer vorherigen Aussage etwas distanziert. „[D]a die Aktion einen Tag nach Ihrer Umfrage kam und zudem mit den Forderungen des LEK Vorstands übereinstimmten (…), dachte ich, Sie hätten sich eingebracht. Ich wollte Ihnen nicht zu Nahe treten.

Gleichzeitig bleibt sie aber dabei: „Bzgl. der Vertretung der Eltern, hätte ich es wichtig gefunden, wenn Sie bei Ihrer früheren neutralen Haltung geblieben wären. Den Auftrag der Landeselternschaften und auch die Stadtelternschaften hatte ich bisher als Vertretung unterschiedlichster Interessen verstanden. Eben beispielweise der Positionen rund um die BAS (Anmerkung: gemeint ist „Bildung Aber Sicher“) und der Positionen der Elterninitiativen, die Initiative Familie, lau[t] für Familien und Kinder brauchen Schule.

Interview

Nachtrag vom 13. Februar:

Heute meldete sich Marit Schnackenberg noch telefonisch bei mir. Ich sprach mit ihr unter anderem über ihren Vorwurf, dass die LEK NRW sich nicht neutral verhalte. Sie sagte, dass sie sich „eine größere Bandbreite“ beim LEK NRW wünscht und das ihre Haltung „nicht verwerflich“ sei. 

In der Facebook-Gruppe von LautFürFamilien (LFF) hatte jemand am 27. Januar folgendes geteilt: „Leider mussten wir schon wieder (!!!) feststellen, dass die #Landeselternschaften /#Landeselternverbände lediglich die Meinung des sorgsam ausgewählten Vorstandes vertreten!“ Von diesem Posting, so sagt Schnackenberg, habe sie nichts mitbekommen.

Wenige Tage später (31. Januar) wurde eine Umfrage der LEK NRW in der Gruppe geteilt. Darunter wies Schnackenberg auf einen Blogbeitrag auf der Seite von KinderBrauchenSchule hin, in dem sie die Positionen von DGPI / DKGH mit denen des LEK NRW vergleicht. Unter anderem schreiben die beiden Verbände, dass Kinder und Jugendliche nicht zu den vulnerablen Personen gehören. Dies ist falsch, wenn man der Definition des Robert Koch-Instituts folgt. Inhaltlich wollte sich Frau Schnackenberg dazu aber am Telefon nicht weiter äußern.

Ich wies Frau Schnackenberg auf die Unterstützung der Initiative Familien durch Mitglieder der DGKH hin. Sie habe von einer Verbindung und Interaktion zwischen Querdenken und Initiative Familien und LautFürFamilien noch nichts gehört. Angesprochen auf die Vernetzung zwischen KinderBrauchenSchule sowie den beiden genannten Initiativen, begründete sie diese mit „Entscheidungen in der Gruppe“ von KinderBrauchenSchule. So argumentierte Frau Schnackenberg auch, angesprochen auf einen geteilten Beitrag der NachDenkSeiten.

Marius Hellwig von der Amadeu Antonio Stiftung sagte im Interview mit Matthias Schwarzer vom Redaktionsnetzwerk Deutschland folgendes zu den NachDenkSeiten: „Viele Anhänger*innen der Esoterikszene haben sich von den ‚klassischen‘ Medien abgewendet und konsumieren stattdessen verschwörungsideologische und/oder rechts-offene Medien wie die NachDenkSeiten, das Compact-Magazin, RT Deutsch, KenFM, die Epoch Times und PI News.“ Ähnlich befindet das auch die gegneranalyse. Der Beitrag um den es geht, stammt übrigens von Jörg Phil Friedrich. Ebenfalls WELT-Autor und zugleich auch Autor des Beitrags, der Ausgangspunkt für Schnackenbergs Kommentar über die LEK NRW auf Facebook war.

Sie fragte mich anschließend, was meine Definition von „Querdenken“ sei. Ich antwortete ihr, dass ich nicht mit einer festen Definition zum Thema recherchiere, da ich Journalist und nicht Wissenschaftler sei, sie sich aber meine Recherchen anschauen könne. Die vorhandenen Recherchen dazu prüfen, wollte Frau Schnackenberg nicht. Sie habe sich „nicht tiefer damit befasst, wer Querdenken ist und wer nicht.“ Auf die Frage hin, ob sie in ihrer journalistischen Arbeit mit einer Definition zu „Bildung Aber Sicher“ arbeite, die sie mir anbieten könne, antwortete sie nicht.

Sie sei „nur ein ganz kleines Licht„, sagte sie und das der LEK NRW „wirklich keine Sorgen zu haben“ brauche. Ich erklärte ihr meinen Standpunkt, dass sie als WELT-Autorin durchaus ein anderes mediales Gewicht habe, als Mitglieder des Vorstands der LEK NRW. Daraufhin bat sie mir an, doch einmal ein Interview für die WELT zu geben, damit ich meine Position darlegen könne. Ich antwortete, dass eine Darlegung meiner Position nicht relevant sei und die Fakten meiner Recherche zur Initiative Familien sowie den Fachverbänden bereits vorliegen. 

Sie bot sie an, dass man sicher auch mit diesen ein Gespräch führen könne, jetzt wo die Pandemie wahrscheinlich, so schränkte sie ein, bald vorbei wäre. Ich erwiderte, dass die genannten Verbände und die Initiative Familien von meinen Recherchen informiert seien, aber bislang keine Antworten angeboten hätten, ich aber weiterhin offen für eine Beantwortung sei. Das Angebot für einen Beitrag in der WELT wiederholte sie mehrfach im Gespräch, um „mehr Reichweite“ zu erhalten. Ich lehnte unter anderem aus den oben genannten Gründen ab.

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3 Comments

Inside "Initiative Familien" - OSTPROG · 23. Februar 2022 at 20:34

[…] der Gruppe der Initiative Familien ist auch die WELT-Autorin Marit Schnackenberg aktiv, die bereits zuvor Thema bei mir war. Auf Facebook teilte sie in der Gruppe am 31. Januar einen Beitrag ihrer – mit […]

#UnmaskNicoleReese? - OSTPROG · 1. April 2022 at 9:52

[…] Reese aufmerksam wurden. Das ist insofern bemerkenswert, da Frau Reese Verbindungen zur WELT über Marit Schnackenberg und Jörg Phil Friedrich […]

Politische Tonpolizei NRW - OSTPROG · 6. April 2022 at 12:22

[…] Elterninitiativen schossen wie Pilze aus dem Boden, um ihren Unmut gegenüber der Politik zu äußern. Kritik kam von allen Seiten, aber besonders heftig war diese Kritik von Seiten solcher Elterninitiativen, die sich für die Abschaffung von Maßnahmen einsetzten, so bestätigten es mir auch Anke Staar und Christian Beckmann von der Landeselternkonferenz NRW im Interview. […]

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