Klimademo in Halle

Klimademo in Halle (Saale)

Luisa Neubauer (Fridays For Future Deutschland) hielt eine Rede

Am heutigen Freitag, dem 6. August, fand in Halle (Saale) eine Klimademo von Fridays For Future (FFF) statt, zu der FFF Halle aufgerufen hatte. Zwischen 215 und 250 Teilnehmer:innen waren laut Veranstaltungsleitung und Angaben der Polizei anwesend. Mit dabei war unter anderem Luisa Neubauer von FFF Deutschland.

Die Klimademo begann mit leichtem Regen gegen 15.30 Uhr auf dem Hallmarkt. Nachdem die Teilnehmer:innen anwesend waren, traten Redner:innen an. Während der ersten Rede gab es eine Schweigeminute für die Betroffenen der Waldbrände und Hitzewelle in der Mittelmeerregion. Danach sprach Friedrich Hirschmann (FFF Halle). „Ich bin wütend über die Berichterstattung der Medien“, sagte er mit Bezug auf die Klimaberichterstattung und thematisierte dabei auch die zunehmende soziale Ungleichheit in der Gesellschaft.

Friedrich Hirschmann Fridays For Future Halle
Friedrich Hirschmann (FFF Halle) wirft in seiner Rede Medien "Versagen" in der Berichterstattung zur Klimakrise vor. | Foto: Gunnar Hamann, Ostprog.de

Anschließend setzte sich der Protestzug gegen kurz nach 16 Uhr in Bewegung, während sich das Wetter spürbar aufklarte. Die Demonstrant:innen zogen vom Hallmarkt über die Joliot-Curie-Straße in Richtung Hansering über den Leipziger Turm zum Waisenhausring und von dort aus über den Franckeplatz zurück in Richtung Marktplatz, zurück zum Hallmarkt. Insgesamt waren die Teilnehmer:innen eine dreiviertel Stunde unterwegs durch die Innenstadt von Halle.

Die Demonstrant:innen trugen fast ausschließlich Masken und hielten die AHA-Regeln ein. Insgesamt verlief die Demonstration sehr friedlich. Lediglich auf dem Marktplatz gab es kurz einige Zwischenrufe von einer sehr kleinen Gruppe von Passanten, die die Anliegen der Bewegung offensichtlich nicht teilten. Ein Aufgebot der Polizei Sachsen-Anhalt begleitete die Demo.

Nach Rückkehr am Hallmarkt, verschlechterte sich das Wetter erneut. Zu Beginn sprach Pauline Brünger, Sprecherin von Fridays For Future Deutschland, die extra für Fridays For Future Köln zur Klimademo in Halle angereist war. In ihrer Rede bezog sie sich auch auf die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und sprach davon, dass Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) und Markus Söder (CSU) im Kampf gegen den Klimaschutz versagt hätten. Zugleich warf sie auch den anderen Parteien vor, unzureichende Maßnahmen in die Wahlprogramme aufgenommen zu haben.

Pauline Brünger, FFF Köln auf der Klimademo in Halle.
Pauline Brünger von FFF Köln ruft die Demonstrant:innen zur Teilnahme an der Klimademo in Frankfurt am Main auf. | Foto: Gunnar Hamann, Ostprog.de

Dann noch eine Überraschung. Es sprach die Prominente Klimaaktivistin Luisa Neubauer (FFF Deutschland). In ihrer Rede ging es um die gegenwärtige deutsche Klimaschutzpolitik. Sie sprach den Anhänger:innen Mut zu und rief ebenfalls zur Teilnahme am Klimastreik in Frankfurt am Main und dem Klimastreik (“Rise Up”) in Berlin am 16. August auf. Einen Auszug eines Großteils ihrer Rede habe ich hier festgehalten:

Anschließend richtete Jonas Venediger (FFF Bitterfeld) noch ein paar Worte an die Teilnehmer:innen und erklärte die Demonstration damit nach zwei Stunden gegen 17:30 Uhr für beendet. In der Rede sagte er, dass man sich von rechtsextremistischen Anfeindungen nicht einschüchtern lassen werde und weiterhin auf dem Hallmarkt das Klimacamp Ost betreibe.

Jonas Venediger, Fridays For Future Bitterfeld.
Jonas Venediger – Fridays For Future Bitterfeld – setzt sich für Klimaschutz im Osten ein und kennt die Anfeindungen aus seiner Heimat Bitterfeld (Bild: Jonas Venediger).

Laut Angaben eines Polizisten nahmen an der Demo zu Spitzenzeiten bis zu 215 Demonstrant:innen teil. Demgegenüber sprachen Jonas Venediger (FFF Bitterfeld) sowie Ole Horn (FFF Halle) von 250 Teilnehmer:innen. Von Fridays For Future waren neben den Ortsgruppen aus Halle (Saale), Bitterfeld und Köln auch Teilnehmer:innen von Gruppen aus Düsseldorf, Göttingen und Berlin angereist. Ebenfalls anwesend waren Mitglieder der Teachers For Future, Scientists For Future aus Halle sowie HalleZero. Jonas Venediger sprach davon, dass „Menschen aus allen Bundesländern dieses Landes, die für mehr Klimagerechtigkeit demonstrieren“, an der Demo teilnahmen.

Hai Vu, Jonas Venediger und Henrike Cremer von FFF auf dem Hallmarkt
Hai Vu (FFF Halle, Orga-Team), Jonas Venediger (FFF Bitterfeld) und Henrike Cremer (FFF Halle Orga-Team) auf dem Hallmarkt, kurz nach dem Ende der Demonstration (v.l.n.r.). | Foto: Gunnar Hamann, Ostprog.de

Von den Medien waren unter anderem MDR Sachsen-Anhalt, die Mitteldeutsche Zeitung, Du Bist Halle und TV-Halle anwesend. Zur Rede von Luisa Neubauer waren die Medienvertreter:innen aber nach meiner Beobachtung bereits abgereist, was auch Jonas Venediger mir nach der Demo bestätigte.*

Auf meine Frage, wieso die Anwesenheit von Luisa Neubauer nicht in der Ankündigung erwähnt wurde, sagte mir Henrike Cremer (FFF Halle), dass dies aufgrund von Sicherheits- und Organisationsbedenken so entschieden wurde. Laut Informationen von Jonas Venediger waren die Medienvertreter:innen zuvor ebenfalls nicht von der Teilnahme Neubauers informiert worden.

Das Klimacamp Ost wird noch für knapp zwei Wochen auf dem Hallmarkt bleiben, um auf die Forderungen der Aktivist:innen aufmerksam zu machen.

* Nachtrag vom 07. August: Ergänzt wurde im Beitrag, dass Pauline Brünger die Pressesprecherin von Fridays For Future Deutschland ist. Zudem habe ich später anhand der Berichterstattung einsehen können, dass entgegen meiner sowie der Beobachtungen von Jonas Venediger mindestens ein Medienvertreter von Du Bist Halle an der Demonstration bis zum Abschluss teilgenommen hat und entsprechend über die Reden von Luisa Neubauer und Pauline Brünger berichten konnte. Eine aktuelle Anfrage bei TV-Halle, die bislang keinen Beitrag auf der Webseite veröffentlicht haben, ist noch offen.

Nachtrag vom 08.08.2021:

Auf Nachfrage bestätigte mir Henrike Cremer (FFF Halle), dass man bei der nächsten Veranstaltung die Medien über Gäste unterrichten werde, die man in der öffentlichen Ankündigung aufgrund von Organisations- und Sicherheitsbedenken nicht nennen konnte.

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