Internetführerschein für die Pädiatrie kommt!

Eine pädiatrische Fachgesellschaft sucht den Blockbutton

Es gibt leider kaum noch einen anderen Erklärungsansatz. Ich befürchte: Dominik Schneider und seine pädiatrische Fachgesellschaft wissen einfach nicht, wo der Blockbutton auf Twitter ist. Zeit, zu helfen. Denn irren ist menschlich. Das Programm von ClockBlock™ möchte helfen. Eine Satire.

Sie wissen, Twitter ist ein „freies Medium“ – konkret bedeutet das, dass wir nicht kontrollieren können, wer unsere Tweets liked oder re-tweetet. Wir können eine Verwendung von wem auch immer nicht verhindern. (…) Insofern läuft ihr Ansatz ins Leere.“ So sieht das jedenfalls Dominik Schneider von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ).

Herr Schneider nimmt meine Recherchen definitiv sehr ernst: „Auch Ihr Ansatz, uns in eine Ecke mit Corona-Leugnern oder so genannten Quer-„Denkern“ zu stellen, entbehrt jeder Substanz. Damit sehe ich für mich auch keinen Grund, ein Gespräch zu einem von Ihnen konstruierten Thema zu führen.

Dabei hatte ich doch explizit im Fazit meines Beitrags geschrieben: „Lässt sich daraus ableiten, dass pädiatrische Fachverbände und die hier ausgewerteten hochrangigen Vertreter Querdenker sind? Nein! Was es aber zeigt: Diesen Verbänden und Personen fehlt es wohl an einem Problembewusstsein.

Wenn Herr Schneider das nicht gelesen haben sollte, kann er natürlich auch gar nicht wissen, wie man den Blockbutton auf Twitter benutzt. Auch auf die Frage, ob es denn nicht eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei, die Ideologie von Querdenken einzuhegen, antwortete Schneider „Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – aber wir können dennoch nicht beeinflussen, wer unsere Tweets liest, liked und weiterverwendet.

ZeroBlock, weil ZeroBock? ClockBlock™!
Gschwind-Finsterkind von ClockBlock™ hört genau hin. Die ehemalige Ärztin, möchte weiterhin helfen. Nicht alle hätten immer Zeit für alles, sagt sie. Sie horcht hin, wo es hakt und möchte pädiatrischen Fachgesellschaften, Fachverbänden und deren Vorständen nun unter die Tastatur greifen. „Twitter ist kein Ponyhof“, sagt sie ominös. (Foto: Pixabay.com)
Gschwind-Finsterkind von ClockBlock™ hört genau hin. Die ehemalige Ärztin, möchte weiterhin helfen. Nicht alle hätten immer Zeit für alles, sagt sie. Sie horcht hin, wo es hakt und möchte pädiatrischen Fachgesellschaften, Fachverbänden und deren Vorständen nun unter die Tastatur greifen. „Twitter ist kein Ponyhof“, sagt sie ominös. (Foto: Pixabay.com)

Es wäre dringend an der Zeit. Ein mit Schneider auf Twitter verbundener Querdenker namens Hans-Otto Wagner (siehe auch hier), antwortete unter unserem Gespräch auf Twitter: „Hab von @Ostprog auch so eine Art »Vorladung« bekommen. Hat was von Säuberungsaktionen menschenverachtender Staaten.“ Das sagt Wagner, wenn man ihm zu seinen offenen Verbindungen und Interaktionen mit Querdenken eine Presseanfrage schickt.

Was also hält Fachgesellschaft und Schneider davon ab, eindeutige Accounts aus diesem Umfeld zu blockieren? Schneider nahm sich im April die Zeit, einem Account der Partei dieBasis zu entfolgen, nachdem ich ihn darauf aufmerksam gemacht hatte. Geblockt kann er diesen jedoch nicht haben, denn knapp eine Woche später, wurde ein Tweet von ihm von exakt diesem Account retweetet.

Ergo ist es also für Schneider annehmbar, solchen Accounts zu entfolgen. Diese jedoch zu blockieren, stellt für ihn und seine Fachgesellschaft aber derzeit eine wohl unüberwindbare Hürde dar.

Doch es ist nicht alle Hoffnung vergebens. Ein neues Videoprogramm soll dabei helfen, der „organisierten Pädiatrie einen Internetführerschein“ zu verschaffen, so Anja Gschwind-Finsterkind von Programm ClockBlock™, dessen Trademarksymbol Gschwind-Finsterkind immer mitspricht, obwohl eine Eintragung dazu noch gar nicht vorliegt, wie sie bestätigt.

Mit ClockBlock™ bieten wir ein revolutionäres Programm an, das sich speziell an Menschen richtet, die bisher noch keinen Internetführerschein machen konnten. Da sich Dominik Schneider gerne mit dem Gesundheitsminister treffen würde, der eher weniger gute Erfahrungen mit Querdenken gemacht hat, wäre das eine Win-Win-Situtation.

Sollten Dominik Schneider und der DGKJ Optionn wie der Likers Blocker zu umständlich sein, so sagt sie, gebe es nun ein exklusives Tutorial, wie man einen Account in nur wenigen Schritten manuell blockiert.

Das Video biete man zahlenden Kunden auch in High-Definition an. Weshalb man aber Geld bezahlen sollte, um eine eigentlich so intuitive Funktion wie den Blockknopf zu bedienen, darauf antwortet Gschwind-Finsterkind schlicht: „Wir sind es uns schuldig.

Das Programm habe man bisher sehr dankbar angenommen, so erzählt sie und liefert mir ungefragt ein paar Zitate, zufriedener Kunden:

„Wer hätte gedacht, dass das so einfach ist, einen Account zu blockieren?“

Tobias T., Präsident einer pädiatrischen Fachgesellschaft

„Ich habe zwar viel weniger Likes und kaum jemand retweetet meine Tweets noch, aber es hat sich wirklich gelohnt. Herrlich!“

Johannes H., Freund des inoffiziellen Netzwerks für eminenzbasierte Wissenschaft

„Super, jetzt habe ich kaum noch Follower! Ich hasse euch, ClockBlock™!“

Jörg F., hasst ClockBlock™

Das nächste Programm enthalte Tipps dafür, wie man einen Account meldet. Auch eine Sensibilisierung für DruKos – so nennen Twitternerds die Sektion unterhalb eines Originaltweets – sei geplant. Allerdings wäre die Anfrage danach noch relativ begrenzt: „Der Markt regelt das mit der Zeit schon. Wer keine Zeit hat, kommt zu ClockBlock™.

Das Programm von ClockBlock™ richtet sich bewusst an Mitglieder pädiatrischer Fachgesellschaften. Der "Internetführerschein für die Pädiatrie", nennt Gschwind-Finsterkind es. (Grafik: Pixabay.com)
Das Programm von ClockBlock™ richtet sich bewusst an Mitglieder pädiatrischer Fachgesellschaften. Den "Internetführerschein für die Pädiatrie", nennt Gschwind-Finsterkind es. (Grafik: Pixabay.com)

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