Von allen guten Medien verlassen?

Was uns die SPD in Baden-Württemberg über die deutsche Medienkrise verrät
* Titelbild: Altes Logo der Tagesschau-App via Nextpit (Rechte: ARD). Logo von ZAPP via Wikimedia Commons (Rechte: Norddeutscher Rundfunk). Logo der Initiative Familien via Homepage der Initiative (Rechte: Initiative Familien). Logo von Ostprog.de (Rechte: Gunnar Hamann). Abbildung der drei Affen via Pixabay.com. Bearbeitung / Montage: Gunnar Hamann, Ostprog.de.

Die SPD in Baden-Württemberg sollte am Sonntag den Frauenpreis 2022 an ein Mitglied der Initiative Familien verleihen. Der Initiative also, die aufgrund ihrer Kontakte und offenen Interaktionen mit Querdenken seit Monaten in der Kritik steht. Kurz nach Erscheinen dieses Beitrags verkündete Saskia Esken (MdB, SPD) die Absage der Verleihung. Über ein Beinahe-Versagen der Baden-Württembergischen SPD, was eigentlich auf ein Medienversagen zurückgeht und ein fortlaufendes Problem im Umgang mit verschiedenen Lebenswirklichkeiten in der Pandemie offenbart. Ein Kommentar.

Am Sonntag, dem 29. Mai, sollte die SPD in Baden-Württemberg ihren Frauenpreis 2022 an Katharina Willmann von der Initiative Familien verleihen. Kurz nach Erscheinen dieses Artikels verkündete Saskia Esken (MdB, SPD) via Twitter, dass die Veranstaltung vom Kreisverband abgesagt wurde.* In der ursprünglichen Ankündigung zur Verleihung hieß es, dass Willmann „sich im Namen der Initiative Familien für die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen engagiert.

Wer die Initiative verfolgt, der weiß, dass diese Lesart geschönt ist. Mitglieder der Initiative Familien wenden sich in offenen Briefen immer wieder gegen Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung. Alles unter dem Deckmantel des Schutzes von Kindern und Jugendlichen. Dass man auf der Seite der Initiative Familien außerhalb des Narrativs der „schlechten Maßnahmen“ fast keinerlei konkrete Forderungen zur Entlastung von Kindern und Jugendlichen findet, ist entlarvend.

Die Initiative Familien, das sind fast ausschließlich Querdenker:innen im Nadelstreifenanzug. Wer daran noch zweifelt, hat vermutlich engen Kontakt zur Initiative und/oder kennt die bisherigen Recherchen zu dieser nicht.

Mitglieder der Initiative glauben an das Virus. Maßnahmen gegen das Virus standen aber immer nur im Weg, ebenso wie wissenschaftliche Mehrheitsmeinungen zur Wirksamkeit bestimmter Maßnahmen. Das Gros der Expertise auf das man sich fast ausschließlich bezog, waren pädiatrische Fachverbände. Studien wurden aus dem Kontext gerissen oder falsch interpretiert.

Fachverbände ohne spezielle Kenntnisse von Ursachen für psychische Erkrankungen im Kindesalter. Fachverbände, die selbst durch ihre unverminderte Toleranz gegenüber Querdenken und zeitweilig sogar direkter Desinformation aufgefallen sind. Desinformationen, die übrigens weiterhin ohne Korrektur in großen nationalen Medien verbreitet werden.

Kein Wunder also, dass sich diese nun selbst auf die Schulter klopfen und Ursel Heudorf eine Ehrenmitgliedschaft in der Deutschen Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie (DGPI) verleihen. Heudorf ist seit längerer Zeit engste Unterstützerin der Initiative.

Wie groß das soziale Gewissen bei der Initiative ausgeprägt sein muss, zeigte diese deutlich im November vergangenen Jahres. Die Firma Merck ermöglichte der Stadt Darmstadt durch eine Spende, ihr Angebot für Nichtschwimmer:innen-Kurse auszubauen. Die Initiative Familien kritisierte dies. Das Konzept, so hieß es laut Echo-Online, „gelte nur für sozial benachteiligte Kinder.“ Man kritisierte auch die Tatsache, dass die Stadt überhaupt auf eine Spende des Großkonzerns angewiesen war. Doch wie so häufig: Anstatt die Kritik auf die strukturelle Ebene zu verlagern, war nun Merck verantwortlich.

Es ist ohne Zweifel ein einseitiges Engagement, kein gesamtgesellschaftliches. Vielleicht ist auch das eine der Ursachen, weshalb der Verein seit über einem Jahr in Gründung ist, obwohl man laut Satzung die Gemeinnützigkeit anstrebt und bereits seit Monaten ein Formular für Fördermitgliedschaften bereitstellt. Mindestbeitrag 12 Euro. Besonders unlauter: Der Verein wird dort seit längerem als „e.V.“ bezeichnet.

Die Initiative hat in vielen Bundesländern beste Kontakte zu Bildungsministerien und Politik hergestellt. In Bayern geht das sogar so weit, dass man diese als Teil der Schulfamilie bezeichnet. Abgesehen von wiederkehrenden Vorwürfen und Vermutungen, dass die Initiative Positionen von Querdenken besetze oder sogar eine Astroturf-Kampagne der Lobbygruppe Initiative Neue Soziale Markwirtschaft sei, gab es wenig greifbare Kritik, die sich mit harten Fakten untermauern ließ. Mit Ausnahme der prominenten Unterschrift des Kandidaten der Querdenken-Partei dieBasis, Andreas Sönnichsen. Bis sich vor wenigen Monaten einiges änderte.

Seine Familie sucht man sich nicht aus?

Im Oktober konnte ich anhand eines internen Chatverlaufs der Rechercheplattform Filder Nazifrei nachweisen, dass Zarah Abendschön-Sawall, Mitglied des Bundesvorstands und ebenfalls aus dem Bundesland Baden-Württemberg, gemeinsam mit einer Querdenkerin aus Reutlingen, eine Demonstration in Stuttgart geplant hatte. Im Chat fiel das Wort „Impfpropagandafilm“, welches Zarah Abendschön-Sawall nach eigenen Angaben nicht aufgefallen sein soll, obwohl sie im Screenshot direkt auf diesen Beitrag antwortet.

Zwei Wochen nach der Recherche entschuldigte sich die Initiative. Doch immer wieder stieß ich bei Recherchen in sozialen Netzwerken und durch Hinweise auf problematische Einstellungen, Interaktionen und Kontakte, die untermauern, dass man bei der Initiative Familien offen gegenüber Querdenken eingestellt ist:

  • der Interaktionen und Kontakte mit Querdenken auf Twitter
  • die Schilderungen einer Person, die aufgrund ihres Besitzes interner Dokumente eindeutig als ehemaliges Mitglied zu identifizieren war und mir gegenüber erklärte, dass die Initiative zunehmend Positionen von Querdenken kopiert habe
  • die anhaltende Unterstützung für die Querdenkerin Nele Flüchter und deren Partei
  • unmoderierte Aussagen von Sympathisant:innen in deren Facebookgruppe zur Impfung und sonstigen Themen, wie der Vater Martin Schenk berichtete
  • der Umgang mit Quellen und Fakten, die dem eigenen Weltbild widersprechen, wie ich anhand der Unterlagen eines Webinars – das die Initiative beim Goldenen Aluhut absolvierte – deutlich zeigen konnte

„Zu Anfang hat man sich noch für echten Kinderschutz eingesetzt und auch langsame Lockerungen gefordert (…), aber dann hat man sich in Richtung Querdenker entwickelt bzw. Positionen kopiert.“

– anonymes ehemaliges Mitglied der Initiative Familien

Es gibt keine richtige Medienkritik in der falschen

Glück, wer eine STIMME hat

Deutsche Medien haben all das ignoriert“, würde ich impulsiv fast schon schreiben wollen. Nein, deutsche Medien haben es nicht ignoriert. Die meisten Redaktionen und Journalist:innen von etablierten Medien, müssen davon wissen. Anders lässt sich nur schwerlich erklären, weshalb die Initiative medial fast keine Rolle mehr spielt. Vor dem Herbst 2021 war das noch anders, wie ich belegen konnte.

Meine Recherchen müssen dabei eine Rolle gespielt haben, denn leiser war die Initiative in der Zwischenzeit nicht. Berichte, wie der Beitrag von Heike Slansky für die ZDF-Sendung Berlin Direkt, bilden dabei eine Ausnahme. Anstatt sich für den Fehler zu entschuldigen, tat man beim ZDF leider hinterher so, als habe es nie einen Fehler gegeben. Ausgewogen sei der Bericht gewesen, hieß es, obwohl einer der Beteiligten – Anjo Genow – ernstzunehmende Kritik an seiner Darstellung im Beitrag äußerte. Das mag kollegial sein. Für die gesellschaftliche Auseinandersetzung und den Einsatz von Journalist:innen, die sich mit ihrer Berichterstattung der Gefahr durch Teile der Bewegung von Querdenken aussetzen, war es ein Schlag ins Gesicht.

Die offensichtlichste Ausnahme bildet dabei die WELT, denn hier arbeiten Personen mit z.T. engstem Kontakt zur Initiative Familien und weiteren anhängigen Elterninitiativen. Etwa Caroline Turzer, Kristina Schröder und die mittlerweile inaktive Marit Schnackenberg. Aber auch Jörg Phil Friedrich.

Es ist erstaunlich, welche Rolle Kolumnist:innen der WELT im Netzwerk der Initiative Familien eingenommen haben. Zum Vergrößern berühren / anklicken. (Abbildung und Recherche: Gunnar Hamann, Ostprog.de)
Es ist erstaunlich, welche Rolle Kolumnist:innen der WELT im Netzwerk der Initiative Familien eingenommen haben. Zum Vergrößern berühren / anklicken. (Abbildung und Recherche: Gunnar Hamann, Ostprog.de)

Friedrich war zuvor Autor für die NachDenkSeiten aufgefallen. Eine Onlinepublikation, die ganz eindeutig für das eher linke Spektrum von Querdenken Journalismus betreibt. Friedrich war es, der eine Protagonistin der Initiative Familien zu einem Interview einlud, in der diese von „Hass und Hetze“ sprach. In einem Absatz des Beitrags bezieht man sich dabei auch indirekt – ohne namentliche Nennung – auf die Journalistin Annette Bulut und mich. Das ich aufgrund einer meiner Recherchen zur Initiative eine Morddrohung aus dem Umfeld von Querdenken erhielt? Geschenkt.

Seit meinem Bericht über das gescheiterte Webinar der Initiative beim Goldenen Aluhut wird die Initiative nur noch sehr sporadisch in der Berichterstattung erwähnt. Selbst in der WELT. Ausnahme war ein Beitrag des Journalisten Simon Gajer für die STIMME am 31. März. Gajer, den ich zuvor immer wieder auf meine Recherchen aufmerksam gemacht habe – zuletzt nach seinem Interview mit Zarah Abendschön-Sawall im Januar – verwies mich mit einer Anfrage dazu an den Chefredakteur. Eine Reaktion von diesem blieb allerdings aus.

Medien haben es nicht ignoriert. Man hat schlicht ignoriert, dass eine Aufklärung dazu notwendig wäre. Das rächt sich nun, umso länger man es laufen lässt.

Deutsche „Perfektion“ funktioniert nur mit kaputter Fehlerkultur

Zahlreiche Medien in Deutschland waren daran beteiligt, dass die Initiative erst so groß werden konnte. Sie boten ihr eine Plattform. Absprung in die nationale Öffentlichkeit war übrigens mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Nachrichtenente im Sommer 2020, der man deutschlandweit in verschiedensten Leitmedien eine Plattform bot, obwohl Faktenchecks die getätigten Behauptungen zu diesem Zeitpunkt längst widerlegt hatten.

Plötzlich wollten alle mit der Initiative reden. Etwa mit dem Mitglied Nele Flüchter, die es bis in die Sendung von Hart aber Fair schaffte. Mittlerweile spricht Flüchter ganz offen auf Veranstaltungen von Querdenken. Sie – einschließlich ihrer Initiativen Laut für Familien, #friedlichzusammen und Lobbyisten für Kinder – wird weiterhin von der Initiative Familien unterstützt. Hochrangige Mitglieder nehmen Flüchter in den sozialen Netzwerken weiterhin als Gleichgesinnte wahr.

Wir reden hier von klaren Aussagen und nachgewiesenen Interaktionen, mit denen man die Protagonist:innen weiterhin konfrontieren könnte. Passiert ist nichts. So ließ und lässt man die Initiative weiter gewähren. In der Öffentlichkeit weiß nur ein kleiner Prozentsatz – wenn überhaupt – von den Hintergründen.

Jetzt scheint man in den meisten Redaktionen sensibilisiert. Hilft das der Öffentlichkeit? Nein, denn aktuell stürzen sich nach der Verleihung des Frauenpreises an ein Mitglied der Initiative alle, die von diesen Hintergründen wissen, auf die SPD in Baden-Württemberg. Das diese über die Initiative informiert ist, wage ich zu bezweifeln. Man sieht vermutlich nur die besorgten Mütter und Väter, nicht aber die Methoden, Verbindungen und Interaktionen, über die diese sich den Zugang zur breiten Öffentlichkeit erschlichen hat. Und selbst wenn: Ohne eine breite mediale Aufklärung, wird sich am verbleibenden Ansehen nichts ändern.

Die kognitive Dissonanz in deutschen Redaktionen muss groß sein. Eine Initiative, die man zuvor fast ausschließlich unkritisch zu Wort kommen ließ, entpuppt sich mittlerweile als etwas, was man nicht mehr leugnen kann. Gleichzeitig aber käme eine kritische Berichterstattung einem Schuldeingeständnis gleich. So macht es zumindest den Anschein. Fehlende Relevanz kann es nicht sein, denn Corona ist nicht vorbei und die Anzeichen dafür, dass die Initiative aufhört, sehe ich bislang noch nicht. Aufmerksam ist, wer Parallelen zu anderen gesellschaftlichen Problemstellungen hierin entdeckt.

Das manche Redakteur:innen der Initiative weiterhin unkritisch gegenüberstehen, steht für mich leider weiterhin außer Frage. So schrieb mir ein Journalist des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, dass ihn Deutschlands angebliche NoCovid-Haltung – so dieser wörtlich – ankotze. An diesem Tag hatte Deutschland über 200.000 Neuinfektionen zu verzeichnen. Der fragliche Journalist war zumindest zu diesem Zeitpunkt bekennender Sympathisant der Initiative. Es gibt auch positive Entwicklungen. So war kürzlich im Tagesspiegel zum ersten Mal von der „umstrittenen Initiative Familien“ zu lesen.

Gleichzeitig stecken dahinter Gewissheiten, die nicht thematisiert sind. Ähnlich zeigte sich das auch in einem Hintergrundgespräch mit einem Kollegen, der sinngemäß davon sprach, dass die Nähe der WELT zu Querdenken kein Geheimnis sei. Meine Frage lautet aber: Wo sind ZAPP und Übermedien, wenn es darum ginge, diese unter Journalist:innen anscheinend bestehenden Gewissheit zu thematisieren? Wieso scheut man dort den Konflikt mit der WELT? Warum hat man dort keine Einordnung der Initiative Familien und ihrer medialen Präsenz vorgenommen? Für letzteres ist es vermutlich zu spät, aber es wäre hilfreich gewesen, denn dann würden wir jetzt nicht diesen parteipolitischen Rückzieher der SPD in Baden-Württemberg sehen.

Mediale Mutprobe

Foto von Ulrike Guérot via Wikimedia Commons / Európa Pont / Lizensiert unter CC BY 2.0, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/. Hintergrund via Pixabay.com. Bearbeitet von Gunnar Hamann, Ostprog.de.
Foto von Ulrike Guérot via Wikimedia Commons / Európa Pont / Lizensiert unter CC BY 2.0, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/. Hintergrund via Pixabay.com. Bearbeitet von Gunnar Hamann, Ostprog.de.

Für mich ist Fakt: Die Initiative Familien wird weitermachen. Sie wird andere Themen besetzen. Meine größte Befürchtung: Wenn dies geschieht, wird man sie wieder zu Wort kommen lassen. Es seien dann schließlich andere Themen, wird man womöglich behaupten. Die zugrundeliegende Verzerrung, wird man ausblenden.

Ich halte es für keinen Zufall, dass mittlerweile ausgerechnet die Verschwörungsnarratologin Ulrike Guérot bei der Initiative Familien als Unterzeichnerin in Erscheinung tritt. Deutsche Medien schaffen auch hier den Absprung nicht, obwohl Guérots Aussagen auf Demonstrationsbühnen von Querdenken nicht deplatziert wären. Zumal mehrfach auf die Gefahr hingewiesen wurde, die von Guérots paralleler Bespielung klassischer und alternativer Medien ausgeht.

Was Guérot und die Initiative Familien machen – das Spiel mit diesen im Kern anti-demokratischen Gruppierungen – ist keine Mutprobe. Die wahre Mutprobe liegt jetzt bei deutschen Medien, sich endlich klar zu positionieren. Es kann nicht mehr länger auf Kosten der breiten Gesellschaft, die diesen Bewegungen kritisch gegenübersteht, Journalismus betrieben werden.

Und noch eine mögliche Lesart: Wie oft konnte ich mir anhören, dass die Recherchen schließlich nur von einem „Blogger“ kommen. Auch darin zeigt sich der perfektionistische Anspruch in Deutschland. Weltbild: Du kannst nur Journalist sein, wenn du mindestens Mitglied der Tagesschau-Redaktion bist und dreißig Jahre Berufserfahrung mitbringst. Dass dieses Bild weit von der Wirklichkeit entfernt ist, zeigt sich ganz aktuell. Eine nachgewiesene Falschbehauptung des Präsidenten der DGPI – Tobias Tenenbaum – zum Übertragungsweg der Affenpocken, verbleibt seit Tagen ohne Anmerkung in einem Onlinebeitrag der Tagesschau.

Übertriebener Perfektionismus in den Medienhäusern trägt nicht zu sauberem Journalismus bei. Zumindest nicht dann, wenn er zur Verleugnung der eigenen Fehlbarkeit führt. Diesen Eindruck habe ich immer mehr von deutschen Medien. Zeit, dass sich was ändert. Andernfalls stehen uns düstere Zeiten bevor. Das Problem liegt nicht allein im „Don’t Look Up“, sondern eben auch im „Don’t Look Down“. Ich jedenfalls verschließe manchmal nur die Augen, weil es mir höchst unangenehm ist, wie man bei großen Medien mit der eigenen Fehlbarkeit umgeht.

Sich gegenüber Kritik zu immunisieren ist jedenfalls nicht das, was ich aus dieser Pandemie mitgenommen habe. Eher das Gegenteil. Die eigene Verletzlichkeit ist kein Schwäche. Sie ist Stärke. Schutz vor denen, die angeblich Stärke gepachtet haben, aber nichts weiter sind, als Schlangenölverkäufer:innen auf einem Jahrmarkt, den man schon vor Jahren hätte meiden sollen.

* Titelbild: Altes Logo der Tagesschau-App via Nextpit (Rechte: ARD). Logo von ZAPP via Wikimedia Commons (Rechte: Norddeutscher Rundfunk). Logo der Initiative Familien via Homepage der Initiative (Rechte: Initiative Familien). Logo von Ostprog.de (Rechte: Gunnar Hamann). Abbildung der drei Affen via Pixabay.com. Bearbeitung / Montage: Gunnar Hamann, Ostprog.de.

** In einer vorherigen Fassung dieses Beitrags, der erst wenige Minuten online war, hieß es, dass die Verleihung für den Sonntag geplant sei. Saskia Esken (SPD) hat via Twitter angekündigt, dass die Verleihung abgesagt sei.

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Titelbild: Logo der Initiative Familien via Homepage der Initiative. Schattenumriss via Pixabay.com. Bearbeitung / Montage: Gunnar Hamann, Ostprog.de.

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