Es wird Zeit - Die größte Bedrohung der Menschheit

Es wird Zeit – Die größte Bedrohung der Menschheit

Der erste Gastkommentar einer Reihe von Ole Horn – Fridays For Future Halle und Deutschland – vor den Wahlen

Ole Horn ist Mitglied bei Fridays For Future in Halle und wird hier in den kommenden Wochen seine Meinung über Politik und Gesellschaft im Zusammenhang mit der Klimarkrise schreiben.

Die Klimakrise ist schon jetzt Realität – uns allen sind die Bilder aus den letzten Wochen aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Kopf: dramatische Bilder. Viel zu viele Menschen sind gestorben und haben ihre Existenz verloren. Ihr Leben hat sich vollständig verändert und die Schäden haben unbeschreibliche Ausmaße. Das sind erst die Anfänge der Klimakatastrophe. In drei Wochen stehen die Bundestagswahlen an. Es sind bedeutende Wahlen für das Klima, denn bisher passiert viel zu wenig, um die Klimakrise einzudämmen. Es fehlen Pläne zur Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze aus dem Pariser Klimaabkommen und das, obwohl die kommende Regierung die letzte ist, die die Klimakrise noch im Ansatz eindämmen kann.

In den nächsten Wochen möchte ich mich daher in vier Artikeln damit gemeinsam mit dir auseinandersetzen, warum diese Wahlen so entscheidend sind, warum es wichtig ist, dass wir jetzt handeln, was dabei wichtig ist und vor allem auch, wie die derzeitigen Pläne der Parteien sind und wie wir von gutem Klimaschutz ganz vielseitig profitieren können. 

Doch bevor wir über die Zukunft sprechen können, ist es wichtig, dass wir uns erst einmal mit der Gegenwart beschäftigen: Was ist in aller Kürze unser derzeitiger Wissensstand?

Der WEltklimarat zeigt: Die Klimakrise ist menschgemacht

Am 09. August 2021 veröffentlichte der Weltklimarat (IPCC), ein Zusammenschluss der renommiertesten Klimawissenschaftler*innen, der alle aktuellen Studien zum Klima zusammenfasst, einen neuen Bericht. Dieser ist in voller Länge viel zu umfangreich, um ihn hier wiedergeben zu können, die wichtigsten Inhalte und Schlüsselaussagen lassen sich aber zusammenfassen.

Die Klimakrise ist menschengemacht, das zeigt der Bericht noch mal in aller Deutlichkeit. Der CO2-Anteil in unserer Atmosphäre steigt seit der Industrialisierung immer weiter und vor allem immer schneller. Der Meeresspiegel ist bis zum Jahr 2018 bereits um 20 cm gestiegen, Hochrechnungen zufolge wird er im 21. Jahrhundert noch bis zu 101 Zentimeter ansteigen. Damit würden schon ganze Städte unter Wasser stehen. Schon jetzt ist die Temperatur seit der Industrialisierung in Deutschland um 2 Grad gestiegen, weltweit um 1,2 Grad. Bis zur 1,5 Grad Grenze verbleiben also nur noch ca. 0,3 Grad. Und das sind nur winzige Ausschnitte des Berichtes der vollständige Bericht zeigt die Klimakrise in einem erschreckenden Ausmaß.

Damit stellt der Bericht die klare Botschaft der Wissenschaft dar: Die Klimakrise wird verheerende Folgen für die Menschheit haben und wir müssen jetzt handeln. Bei dem aktuellen Kurs werden wir laut dem Weltklimarat schon 2030 die 1,5-Grad-Grenze überschreiten könnten und damit Kipppunkte  erreichen, die die Klimakrise dann unaufhaltsam beschleunigen werden. Einen dieser Kipppunkte kann das Schmelzen der Polkappen darstellen. Wenn diese weiter schmelzen, steigt nicht nur der Meeresspiegel rasant, sondern es wird auch eine Menge an zusätzlichem CO2 freigesetzt, welches unter dem Eis gespeichert ist. So sinkt zu diesem Zeitpunkt das verbleibende CO2-Budget massiv. Der Beginn dieses Prozesses wird als Kipppunkt bezeichnet, weil er nicht umkehrbar ist.

Das freigesetzte CO2 kann nicht in einem ausreichenden Maß wieder gebunden werden.Durch diese Entwicklung werden wir verheerende Folgen zu spüren bekommen, überall auf der Welt und auch hier in Deutschland. Schon jetzt verlieren zahlreiche Menschen ihr Zuhause, ihr Leben und bereits jetzt gibt es Prognosen, in denen hundert Millionen Menschen ihr Zuhause verlieren und flüchten müssen, um nicht durch die Klimakrise ihr Leben zu verlieren.

Doch der Bericht des IPCC beinhaltet nicht nur die angsteinflößenden Auswirkungen der Klimakrise, sondern eben auch ein Szenario, in dem wir die Klimakrise noch eindämmen können. Dieses dort beschriebene Szenario zeigt aber auch, dass wir, jetzt anfangen müssen zu handeln um noch eine Chance auf die Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze zu haben.

Wir brauchen Druck auf die Politik

Und genau aus diesem Grund sind die Wahlen in diesem Jahr so entscheidend – die kommende Regierung ist die letzte Regierung, die ausreichend Maßnahmen treffen kann, um die Klimakrise einzudämmen, um Leben zu retten, um unsere Zukunft zu bewahren. Wir brauchen eine Regierung, die die Klimakrise jetzt als das behandelt, was sie ist: Die größte Bedrohung der Menschheit!

An dieser Stelle kommt natürlich die Frage auf, ob und vor allem welche Parteien in ihren Wahlprogrammen ausreichende Maßnahmen haben und ob nicht der Markt die Herausforderungen der Klimakrise lösen kann und genau mit diesen Fragen möchte ich mich in dem kommenden Artikel beschäftigen.

Was jedoch schon jetzt klar ist: Es braucht weiter den Druck von der Straße auf die Politik, da wir sofortiges Handeln benötigen und wir gelernt haben: Ohne uns passiert nichts! Aus diesem Grund möchte ich genau dich dazu aufrufen, am 24. September in deiner nächstgelegenen Stadt auf die Straße zu gehen und dich gemeinsam mit allen Menschen, die du kennst, für unsere Zukunft einzusetzen. In Halle treffen wir uns 14 Uhr am Steintor. Wir haben eine Zukunft zu gewinnen und gemeinsam schaffen wir das!

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2 Comments

Thorsten · 10. September 2021 at 12:40

Absolut richtig deine Worte! Ich werde auf jeden Fall dabei sein beim globalen Klimastreik! Ciao

Die Klimawahl, doch was ist wirklich dran? - OSTPROG · 20. September 2021 at 22:24

[…] letzten Artikel findet ihr hier, zu der Analyse der Zeit kommt ihr hier und die vollständige Studie des DIW findet […]

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