Mitglied von Initiative Familien toleriert Kooperation mit Querdenkerin. Auf Durchzug

Auf Durchzug: Initiative Familien toleriert Kooperation mit Querdenker-ElternNetzwerk

Eine investigative Recherche im Netz(Werk)

Am Mittwoch berichtete ich von einem Interview des WDR 5 Medienecho mit der umstrittenen „Initiative Familien“. Darin erwähnte ich den Vorwurf, dass die Initiative gemeinsam mit einer Person aus dem Kreis von Querdenken kooperiert hat. Tags darauf erhärteten sich die Vorwürfe, wie ich anhand von neuen Informationen belegen kann. Der WDR reagierte auf meine Anfrage und bat um Zeit zur weiteren Prüfung. Via Mail ist die „Initiative Familien“ bisher noch nicht auf die neuen Hinweise eingegangen. Allerdings meldete sich auf Twitter Zarah Abenschön-Sawall – Vorstandsmitglied von „Initiative Familien“ – zu den Vorwürfen. Ihre Antwort werde ich hier diskutieren. 

In der Zwischenzeit habe ich weitere Belege recherchiert, die den Vorwurf weiter untermauern, dass die Initiative Familien mit einem Netzwerk aus dem Spektrum der Querdenker kooperiert hat. Eine investigative Recherche.

Wie ich gestern hier berichtet habe, hat sich der Verdacht erhärtet, dass die Initiative Familien eine Demonstration in Stuttgart mit einer Organisation aus dem Querdenker-Netzwerk organisiert hat. Die Initiative stand nachweislich bereits über einen Monat vor der Demonstration in Kontakt mit Daniela B. vom  ElternNetzwerks Reutlingen – Tübingen – Nürtingen. Sie führte im April diesen Jahres ein Schreiben von Sucharit Bhakdi (dieBasis) als Quelle für eine gegen den Landeselternbeirat Baden-Württemberg gerichtete Petition an. In einem mir vorliegenden Chat spricht sie von einem „Impfpropagandafilm“ und bezieht sich dabei auf eine Berichterstattung von RTL zur Initiative Familien. Eine Behauptung, auf die Zarah Abendschön-Sawall – Mitglied im Vorstand der Initiative Familien – antwortet, aber die Wortwahl von Daniela B. nicht kritisiert.

Auf meine schriftliche Anfrage via Mail reagierte die Initiative nicht. Zarah Abendschön-Sawall schrieb mir am Samstag jedoch auf Twitter in zwei separaten Gesprächsfäden (Thread 1 | Thread 2). Für alle nicht Twitter-Nutzer:innen gibt es hier auch zwei Screenshots zum Nachprüfen (Bild 1 | Bild 2).

Im Gespräch gibt Sie den Austausch mit Daniela B. zu. Die Behauptung, dass ich den privaten Charakter des Chats unterschlagen hätte, ist falsch. Dies ist auch in meinem Beitrag nachvollziehbar. Einen entsprechenden Auszug aus dem Artikel stellte ich ihr umgehend zur Verfügung. Statt auf die geistige Nähe von Daniela B. zu Querdenken einzugehen, führt sie an, dass „übrigens auch der Vorsitzende des Landeselternbeirats“ in Baden-Württemberg an dem Chat auf WhatsApp beteiligt sei. Weiter behauptet sie, ich würde Verschwörungstheorien verbreiten und fragt: „Ist es eigentlich rechtlich Screenshots aus privaten Chats weiterzuleiten & zu nutzen?

Redlichkeit und Beredsamkeit

Dazu muss man wissen, dass der entsprechende Screenshot in der Telegram-Gruppe des öffentlich zugänglichen ElternNetzwerks Reutlingen – Tübingen – Nürtingen von Daniela B. im September selbst geleakt wurde. Über die Telegram-Gruppe des ElternNetzwerks Baden-Württemberg findet man schnell Zugang zu dieser Gruppe. Insofern habe ich öffentlich zugängliche Informationen verwendet.

Den Screenshot selbst habe ich – das schreibe ich auch klar im Beitrag – bewusst nicht veröffentlicht, er liegt mir aber vor. Damit bin ich juristisch auf der sicheren Seite. Vermutlich könnte ich diesen sogar ohne Bedenken teilen, da er aus einer öffentlichen Quelle stammt, aber zur eigenen Sicherheit verzichte ich darauf. Mittlerweile habe ich den Screenshot veröffentlicht, denn Frau Abendschön-Sawall hat dessen authentizität bestätigt. Unten im Nachtrag beigefügt.

Was Frau Abendschön-Sawall offensichtlich außer Acht lässt, ist der Fakt, dass man als Journalist die Pflicht hat, Informationen von öffentlichem Interesse zu veröffentlichen. Ich bin mir sicher, dass jede Staatsanwaltschaft dem schwerwiegenden öffentlichem Interesse in so einem Fall ebenfalls Vorrang geben würden.

Gespräch mit dem Vorsitz des Landeselternbeirats Baden-Württemberg

Der Vorsitzende des Landeselternbeirats in Baden-Württemberg kontaktierte mich, nachdem eine Nutzerin mich auf Twitter darauf hingewiesen hatte, dass dieser sonst selbst Opfer von Querdenker:innen sei. Die anonyme Nutzerin informierte den Vorsitz, Michael Mittelstaedt. Dieser legte auf Nachfrage glaubhaft dar, dass er dem WhatsApp-Chat zwar angehöre, diesem aber beigetreten sei, um Kontakt zu den verschiedenen Elterninitiativen zu halten.

Frau B. sei ihm bis dahin nicht als Querdenken-affin aufgefallen. Nach zwei Beispielen für Beiträge, die in der Gruppe von Daniela B. geteilt wurden, antwortete er: „[P]uh!“ Die Telegram-Gruppen kannte er bis dahin nicht und er bat mich um einen Link, um den Sachverhalt selbst zu prüfen. Zu der Frage, ob er die Äußerung von Daniela B. im Chat mitbekommen hätte, in der sie vom „Impfpropagandafilm“ spricht, antwortete er, dass er diesen nicht mitbekommen habe und sonst aus Zeitgründen nur reagiert hätte, wenn er direkt angesprochen wurde. Weiter schrieb er mir: „Hab ehrlich gesagt viel zu viel zu tun um mir solchen Kram noch reinzuziehen.

Er merkte außerdem an, dass er sich die Frage stellt, wieso Frau Abendschön-Sawall priorisiert Termine bei den Ministerien in Baden-Württemberg bekommen habe. Das wäre in der Tat interessant zu wissen, wenn dem so ist, denn es handelt sich immerhin um den Vorsitz des Landeselternbeirats im Bundesland.

Derzeit sieht man an den steigenden Infektionsraten unter Kindern und Jugendlichen in Baden-Württemberg, dass diese Priorisierung ein Problem für die politische Entscheidungsfindung darstellen könnte. Insbesondere der Landkreis Reutlingen, in dem das besagte ElternNetzwerk aktiv ist, hat eine dramatische Inzidenz in den jüngeren Altersgruppen.

Nicht nur die Inzidenzen steigen. Die Lage auf den Intensivstationen wird immer schwieriger.

ElternNetzwerk Reutlingen - Tübingen - Nürtingen

Bevor ich die Inhalte hier teile, der Hinweis: Alle diese Informationen sind öffentlich einsehbar. Dennoch habe ich gewisse Informationen zensiert, die Nutzer:innen identifizierbar machen könnten oder sensible Inhalte betreffen. Ein Account mit dem Namen von Daniela B. kontaktierte mich vor knapp zwei Stunden auf Twitter mit den Worten: „Hallo zusammen. Ich bin Daniela B. und der Wirbel um meine Person ist mir unangenehm, da ich eher über die Situation der Kinder reden möchte, weniger über mich. Wer auch immer, hatte viel Zeit investiert um etwas über mich zu finden, was man gegen I[nitiative] F[amilien] verwenden könnte. Warum?

Bislang habe ich von diesem Account keine Antwort auf meine weiteren Fragen erhalten. Sollte sich daran etwas ändern, werde ich das selbstverständlich ergänzen.  Noch während ich den Beitrag abschließen wollte, antwortete mir Daniela B. überraschend doch noch auf Twitter. Sie behauptete, ich hätte sie geblockt. Das ist insofern unrichtig, weil ich dann diese Information hier nicht schreiben könnte. Ich antwortete ihr umgehend, was auf Twitter ebenfalls transparent einsehbar ist. Im Wortlaut schrieb sie: „Der Hr.stellt Fragen und dann blockiert er mich. Liegt wohl an der Suggestivfrage zu Bakhdi. Nie eine Aussage dazu getätigt! Gegenfrage: @Ostprog Immernoch der Meinung Lady Diana wurde von Außerirdischen entführt? [sic!]„. Daraufhin schrieb sie noch mehrere Quellen auf, die angeblich belegen sollen, dass Masken und weitere Maßnahmen für Kinder und Jugendliche schädlich seien. Sollte es weitere Reaktionen geben, werde ich diese später hier noch aufgreifen. 

Es gab eine weitere Rückmeldung von Daniela B. Meine Frage an Sie lautete: „Sie streiten es also ab, jemals Bhakdi oder Wodarg in Schutz genommen zu haben? Was ist mit dem Zitat zum ‚Impfpropagandafilm‘?“ Sie antwortete: „Sie streiten also ab, dass sie an Außerirdische glauben? Ich bin dann mal hier raus.“ Mit dem Beweis konfrontiert, dass sie die beiden genannten Personen in der Vergangenheit verteidigte, entgegnete sie: „Merkel Spahn un co sind längst abgewählt, dass der PCR Test keine Infektion nachweisen kann bestätigt die Uni Duisburg. Was sagt das alles über mich Daniela Beck aus? Dass ich eine kritische Meinung habe und diese durchaus artikulieren kann. Ich will über das reden.“ Mit „das“ meinte sie diesen Ausschnitt von ntv, in dem über die Forderung des Grundschulverbands berichtet wird, Masken in den unteren Altersgruppen wegzulassen. Die Behauptung über PCR-Tests sind typische Verschwörungserzählungen aus der Querdenken-Szene. Nachzulesen etwa hier bei Correctiv.

Davon abgesehen sehe ich aufgrund der derzeitigen pandemischen Lage und weiterer Hinweise – etwa von der Journalistin Annette Bulut – Gefahr im Verzug, wenn Politik und Medien nicht schnellstmöglich erkennen, welche Verbindungen hier toleriert werden. Die Last der Hinweise ist zu stark, um weiter abzuwarten. In Nordrhein-Westfalen, einem Bundesland, in dem die Initiative Familien im Programm des WDR 5 eingeladen war, werden die Masken ab 2. November im Unterricht wegfallen.

Allgemein: Die Telegram-Gruppe des Netzwerks mit Daniela B. wurde am 20. August 2020 gegründet wurde. Damals noch unter dem Namen ElternStehenAuf Reutlingen – Tübingen. Später schloss man sich dem sogenannten ElternNetzwerk an und benannte die Gruppe entsprechend um. Elke B., aus dem Netzwerk, übernimmt die Vernetzung bei Eltern für Aufklärung und Freiheit und rührt dort die Werbetrommel für die eigene Gruppe. Darunter auch für den #KidsFreedomDay, sprich: die Demonstration, die gemeinsam mit Initiative Familien geplant wurde. Generell ist die Szene sehr stark miteinander vernetzt und es ist schwer einen klaren Überblick der Interaktionen zu erhalten. Hier fokussiere ich mich auf die Gruppe des ElternNetzwerks.

Quelle? Querdenken!

Folgende Medien und News-Aggregatoren, die bevorzugt im Kreis von Querdenken konsumiert werden, wurden – mit einer Ausnahme – kritiklos in der Gruppe geteilt. Daniela B. betreut die Gruppe als Admin. Zur Einordnung, anhand der Nachrichten lässt sich rekonstruieren, dass sie mindestens seit 13. Januar als Admin in der Gruppe Verantwortung übernommen hat. Sie hätte diese Inhalte also jederzeit löschen können. Kritik übte sie nur indirekt in Bezug auf Attila Hildmann, ließ die eingestellten Inhalte aus seiner Telegram-Gruppe aber dort verbleiben. Hinweis: Daniela B. ist an der blauen Farbe erkennbar. Eine andere Nutzerin mit identischem Namen ist durch einen Wolfs-Avatar und rote Schrift von ihr zu unterscheiden.

Es handelt sich um folgende Quellen (Auszug!): Gunnar Kaiser, Epoch Times, RT Deutsch, D-NEWS, Eva Hermann Offiziell, Rubikon News, BILD, Reitschuster und die Achse des Guten (werden beide von Daniela B. selbst geteilt), Klagemauer.TV, Attila Hildmann und Zeitpunkt.ch sowie Xavier Naidoo und Anwälte für Aufklärung und Wochenblick.at. Eine Nachricht aus dem Telegram-Kanal von Rechtsextremist und Querdenker Sven Liebich aus Halle (Saale) teilt Daniela B. ebenfalls. Zu einer Quelle eine Anmerkung: Die Inhalte von Attila Hildmann werden zwar mitunter im Netzwerk geteilt, werden aber auch von Nutzer:innen kritisch bewertet.

In einem Chat erwähnt Daniela B., dass sie auch Tichys Einblick liest und sie nimmt in der Querdenker-Szene beliebte Personen wie Wolfgang Wodarg (Einordnung von Correctiv.org) und Sucharit Bhakdi in Schutz. Daneben, so schreibt sie in der gleichen Nachricht weiter, habe sie aber auch Die ZEIT, Süddeutsche und den Reutlinger General-Anzeiger abonniert. Die Süddeutsche habe sie aber abbestellt, weil diese Wodarg und Bhakdi kritisiert habe.

Zu vielen der hier genannten Quellen muss nicht mehr viel gesagt werden, nach fast zwei Jahren Pandemie. Eine Seite von Querdenker:innen empfiehlt einige der hier genannten Quellen als überzeugend, aufgrund ihrer angeblich „hohe[n] journalistische[n] Qualität“. Über diese angeblich seriösen Quellen findet man hinreichende Auswertungen bei Volksverpetzer.

Verschwörungstheorien
Ein Querdenker demonstriert gegen das Infektionsschutzgesetz. (Foto von Michael Hofmann von Pixabay)

Anmerkung: Wenn eine Nachricht von Daniela B. stammt, nenne ich sie hier explizit. Alle anderen Nachrichten beziehen sich auf andere Nutzer:innen. Datumsangaben ohne Jahreszahl, beziehen sich immer auf 2021.

Vielfach wird in der Gruppe auf den Pathologen Arne Burkhardt verwiesen. Am 19. September beispielsweise in Bezug auf eine Pressekonferenz in Reutlingen, von einem angeblichen Institut. Der Volksverpetzer wies bereits darauf hin: Dieses Institut gibt es nicht. Die Thesen, die Burkhardt verbreitet, etwa das Virus-Bestandteile schädlich seien, sind schlichtweg falsch. Daniela B. bezieht sich selbst direkt auf Burkhardt und bemängelt, dass bei einer Veranstaltung von Seiten einer Regionalzeitung kein Interesse am Pathologen und seinen Aussagen bestand. Sie nennt eines seiner Schreiben auch in ihrer Petition gegen den Landeselternbeirat Baden-Württemberg. Burkhardt hat selbst direkt mit Netzwerk auf Telegram interagiert.

An anderer Stelle wird von einer weiteren Nutzerin ein Bild weitergeleitet, mit dem eine angebliche verwandtschaftliche Beziehung zwischen Wirtschaftswissenschaftler Klaus Schwab und der Familie Rothschild behauptet wird. Ein Faktencheck der AFP belegt, dass es sich um eine Falschbehauptung handelt. Die Rothschilds werden gerne für Verschwörungstheorien unterschiedlicher Art gebraucht.

Hier bietet sich im Narrativ auch ein gefährlicher Andockpunkt, auf den Rechtsextreme vertrauen, denn die Rothschilds sind eine jüdische Familie. Entsprechend wird hier ein antisemitisches Narrativ gebraucht. Klaus Schwab war öfters das Ziel von Querdenker:innen, insbesondere rund um die Verschwörungstheorie des „Great Reset“. Eine lesenswerte Einordnung dazu gibt es ebenfalls beim Volksverpetzer.

In eine ähnliche Kerbe schlägt ein weitergeleiteter Artikel, in dem es heißt: „Die Globalisten zielen auf das Ende der menschlichen Freiheit ab – und nicht auf ein Ende der Pandemie. Das sei auch der eigentliche Sinn der ‚digitalen Impfpässe‘“. Der Begriff „Globalisten“ war bereits im Wahlkampf in den Medien präsent. Damals hatte Hans-Georg Maaßen (CDU, Werteunion) den Begriff verwendet. Luisa Neubauer (Fridays For Future) kritisierte damals in einer Talkshow Armin Laschet (CDU), der Maaßen vor dem Vorwurf des Antisemitismus‘ in Schutz nahm. Weshalb der Vorwurf nicht völlig aus der Luft gegriffen war, erklärte daraufhin unter anderem auch die Journalistin Birgit Schmeitzner im Bayerischen Rundfunk. Ein weiterer Nutzer sendete am 20. September das folgende Bild in die Gruppe, das die Verschwörungstheorie verbreitet, Corona sei künstlich erschaffen worden, um die Bevölkerung zu impfen.

Nur ein Beispiel, welche Inhalte in der Gruppe des Netzwerks mit Daniela B. geteilt wird. Vom Inhalt distanziere ich mich ausdrücklich.
Nur ein Beispiel, welche Inhalte in der Gruppe des Netzwerks mit Daniela B. geteilt wird. Vom Inhalt distanziere ich mich ausdrücklich.

Eine klare Grenze zieht man in der Gruppe auch nicht bei der Verschwörungstheorie „Q-Anon“. Am 17. April äußerte ein einzelner Nutzer namens Hans Kritik. Etwas beschwichtigend meinte er aber, dass man „diese Inhalte auch verbreiten“ könne, „ohne Werbung für diese Kanäle zu betreiben“. Daniela B. macht mit ihrer Reaktion nicht klar, wie sie zu der Verschwörungstheorie steht, meinte jedoch, dass sie nicht „Kinderfrau“ sei und man die Leute nicht „nach ihrer politischen Einstellung befragen müsse.“ Willkommen sei, wer „mit mir zusammen Kinder schützen will“.

Querdenker:innen unter neuem Namen

Daniela B. teilte am 26. Oktober 2020 ein Bild in der Gruppe. Das Video von einer Querdenken-Demonstration in Berlin. Am 30. Oktober 2020 veranstaltete der Vorläufer des Netzwerks – Eltern stehen auf – eine eigene Demonstration in Reutlingen. Der Reutlinger General-Anzeiger berichtete damals. Zitat aus dem Artikel: „Sie wetterten gegen die CDU, die SPD, die Bundesregierung, gegen die »Lügenpresse« und vor allem gegen die Maskenpflicht für Schulkinder.“ Daniela B. wird indirekt zitiert. Sie soll geäußert haben, dass ein Teil der Teilnehmer:innen auch auf Demos von Querdenken anwesend seien. Im Artikel heißt es auch, dass die Demonstrant:innen die Zuverlässigkeit von PCR-Tests infrage stellten.

Am 26. April äußerte sich Daniela B. gegenüber einer Teilnehmerin: „Man muss immer besonders hellhörig werden, wenn ein Gesetz einen besonders schönen Namen bekommt, Hongkong: Sicherheitsgesetz, Infektionsschutzgesetz, Kinderrechte…“ Kontext war ein Link, in dem ihr Gegenüber einen Link des esoterisch-verschwörungstheoretisch angehauchten Mediums Klagemauer.TV weiterleitete. Dort wird behauptet, dass die Bundestagsabstimmung über eine Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz bei einer Zustimmung für die Vorlage „zum Nachteil der Eltern und damit auch der Kinder“ erfolgen würde. Hashtag unter dem Beitrag: #Restjustiz.

Ich könnte noch viel mehr schreiben, aber ich denke das diese Belege vorerst reichen. Daniela B. hat sich seit der Demonstration in Stuttgart nicht mehr im ElternNetzwerk geäußert. Welche Gründe dazu geführt haben, gehen aus dem Chat nicht hervor. Alle Auszüge – auch solche, die ich hier nicht explizit ausgewertet habe – finden sich in der unteren Bildergalerie.

Natürlich bleibe ich weiter an der Sache dran. Bald folgt dazu noch ein Kommentar.

Nachtrag 31. Oktober, 19.00:

Da sowohl Zarah Abendschön-Sawall (Initiative Familien) als auch Daniela B. bislang dem Vorwurf ausgewichen sind, dass das Wort „Impfpropagandafilm“ fiel und somit Aussage gegen Aussage steht, habe ich mich jetzt entschlossen, den Ausschnitt hier und auf Twitter zu veröffentlichen, da aus meiner Sicht eindeutig das öffentliche Interesse überwiegt.

Ich schließe hier mit der einzigen Reaktion, die mir auf diese ganze Situation noch einfällt. Rainald Grebe.

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3 Comments

„Mit uns! Nicht über uns?“ – Initiative Familien und ihre Folgen - OSTPROG · 2. November 2021 at 4:01

[…] von Tests und der Maskenpflicht an Schulen ein. Meine aktuellen Recherchen vom 27. Oktober sowie 31. Oktober belegen zweifelsfrei, dass die Initiative – trotz mehrfacher öffentlicher Abgrenzungsbekundungen […]

Falsche Ausgewogenheit belegt: Initiative Familien dominiert Berichterstattungen - OSTPROG · 12. November 2021 at 7:40

[…] gemacht wurde: Kooperation mit Querdenken. Einen konkreten Beleg für eine solche Kooperation konnte ich mittlerweile erbringen und wurde dafür von der Sprecherin der Initiative Familien – Zarah Abendschön-Sawall – selbst […]

Die #Kindertruppe der Initiative Familien: Gegen die Vernunft - OSTPROG · 24. November 2021 at 7:31

[…] Initiative Familien versucht sich über eine Entschuldigung nach den nachgewiesenen Verbindungen zur Querdenker-Szene aus der Schusslinie zu bringen. Meine Netzwerkanalyse des Umfelds der Initiative auf Twitter zeigt […]

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